Wenn ein Promi privat bei einem Sportturnier auf der Tribüne sitzt, heißt das nicht, dass er ungefragt fotografiert und abgebildet werden darf. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main kürzlich.

Das Gericht hat die Veröffentlichung von Fotos einer prominenten Turnierteilnehmerin untersagt, weil die Fotos nicht im Rahmen der Berichterstattung über das Sportereignis veröffentlicht wurden.

Dem liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Eine Zeitschrift veröffentlichte nach dem Turnier mehrere Fotos. Auf vier dieser Fotos sieht man die 19 Jahre alte Klägerin neben ihrer Mutter auf einem Reitturnier in Rom. Das fünfte Bild zeigt die Klägerin neben ihrer Mutter und ihrer Großmutter vor etwa 17 Jahren bei einem Fußballturnier in Monte Carlo auf der Tribüne.

Das OLG Frankfurt geht in seiner Entscheidung (Urteil vom 22.02.2018, AZ.: 16 U 87/17) davon aus, dass die Klägerin nicht in die Veröffentlichung der Bilder eingewilligt habe, auch nicht stillschweigend. Die Reichweite einer stillschweigenden Einwilligung durch Teilnahme an einem internationalen Turnier, an dem Pressevertreter zugelassen sind, soll sich nach Ansicht des Gerichts nicht auf die Verbreitung von Bildnissen, die über das Turniergeschehen hinausgehen erstrecken. Geschildert wird im Zeitungsbericht dann auch über das Zusammentreffen der Klägerin mit ihrer Familie am „Rande des Geschehens“. Um eine Berichterstattung zu einem zeitgeschichtlichen Ereignis anzunehmen, soll der geschilderte Sachbezug zum Turnier ebenfalls nicht ausreichen. Die Ausnahme zur Einwilligung greife nicht, wenn sich der Turnierbezug im Artikel lediglich auf den Umstand beschränke, dass die Klägerin an dem Turnier teilgenommen habe und dadurch erst ein Anlass für die Berichterstattung geschaffen werden soll.

RA Frank Schilling