Ein Fußballverein lässt professionelle Fotos von seinem Stadion machen. Die gibt er an eine Person weiter, die die Bilder auf ihrer Internetseite veröffentlicht – ohne den Urheber zu nennen. Das wird teuer. Im vorliegenden Fall wurde die Beklagte vom Landgericht Düsseldorf zur Zahlung von insgesamt 9.492,90 Euro zuzüglich Zinsen verurteilt: wegen der unberechtigten Nutzung von fünf Fotos auf ihrer Webseite.

Was war geschehen? Zwischen 2006 und 2007 erstellte der Kläger, ein auf Architektur spezialisierter Berufsfotograf, für einen Fußballverein Fotos von einem Stadionmodell. Die Fotos wurden später an die Beklagte zu Promotionszwecken weitergegeben. Die betreffenden Fotos herzustellen war technisch relativ aufwendig.

Der Kläger mahnte die Beklagte im Juli 2014 ab und reklamierte die Nutzung von fünf seiner Fotos auf deren Webseite. Die Beklagte teilte mit, die Fotos von November 2008 bis Mai 2014 genutzt zu haben und gab ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine strafbewehrte Unterlassungsverpflichtung ab. Abmahnkosten und Schadenersatz wollte sie jedoch nicht zahlen.

Der Kläger begehrte mit seiner Klage jedoch die Erstattung der Abmahnkosten in Höhe von 1.314,50 Euro. Außerdem forderte er Schadenersatz zum Ausgleich für die unberechtigte Fotonutzung. Den Schaden bezifferte er auf 5.425 Euro, ausgehend von den Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM). Wegen fehlender Urheberbenennung forderte er zugleich einen hundertprozentigen Zuschlag. Insgesamt reduzierte sich der Schadenersatzbetrag jedoch wegen der kombinierten Nutzung der Fotos auf einen Betrag in Höhe von 8.350 Euro.

Der Urheber muss gefragt werden

Das Landgericht Düsseldorf entschied, dass die Klage bis auf einen Teil der Zinsforderung sowie einen Teil der Abmahnkosten begründet sei und verurteilte die Beklagte entsprechend. In der Begründung heißt es, dass die Beklagte – indem sie die Fotos auf ihrer Internetseite verwendete – in das Recht des Klägers auf öffentliche Zugänglichmachung eingegriffen habe, ohne das ihr ein entsprechendes Nutzungsrecht übertragen worden sei. Dass der Fußballverein die Bilder bezahlt, zu Promotionszwecken genutzt und in diesem Sinne auch der Beklagten zur Verfügung gestellt hatte, wurden damit nicht auch die Nutzungsrechte übertragen, meinte das Gericht. Dass der Fußballverein versichert habe, er sei zur Nutzung der Bilder berechtigt, umfasse noch nicht das Recht, diese ohne Einverständnis des Klägers weiterzugeben.

Im Ergebnis hätte sich die Beklagte nicht auf die pauschalen Zusicherungen des Fußballvereins verlassen dürfen. Sie hätte sich vielmehr direkt beim Fotografen über den Rechtebestand vergewissern müssen.

RA Frank Schilling