Was würde Jesus tun? In allen Lebensbereichen kann diese Frage eine hilfreiche Orientierung sein – auch in der (internen) Unternehmenskommunikation. Das hat der PR-Spezialist Christian Gerhardus beim Pressesprechertag des Netzwerkes chriscommunity an vielen Beispielen erklärt. „Jüngerkommunikation“ nannte er die Art und Weise, wie Jesus als Anführer mit seinen zwölf Jüngern und seinen Zeitgenossen umging. Davon leitete Gerhardus zahlreiche Prinzipien dafür ab, wie Leiter mit ihren Mitarbeitern kommunizieren können, um sie für „die Sache“ zu gewinnen.

Zum Beispiel fordere Jesus Loyalität und schaffe klare Strukturen, er gehe als Leiter voran und treffe Entscheidungen; Jesus spreche Konflikte offen an und gewähre Vergebung, er übergebe seinen Mitarbeitern Verantwortung, leite sie an und unterstütze sie dabei, Neues auszuprobieren – biete ihnen aber gleichzeitig Schutz, wenn etwas schief geht. Mitarbeiterkommunikation durch das eigene Beispiel des Leiters sei die Grundlage für erfolgreiche PR nach innen, ist Gerhardus sicher.

Gutes tun und drüber reden – diesen Leitsatz der PR habe Jesus außer Kraft gesetzt, verdeutlichte der Experte. Jesus habe Gutes getan und diese „guten Werke“ wirken, sprich: andere davon erzählen lassen. Es sei glaubwürdiger, wenn sich etwas Gutes selbst herumspreche, als wenn es marktschreierisch inszeniert werde.

Wer eine Botschaft zu vermitteln hat, kann auch von den Evangelisten selbst lernen. Andreas Malessa, Theologe und Journalist, analysierte beim Pressesprechertag, wie etwa Johannes nach allen Regeln der Erzählkunst von der Auferstehung Jesu berichtet. Nähe, Betroffenheit, Identifikation schaffe der Evangelist innerhalb weniger Zeilen – und all das in kurzen, klaren und konkreten Sätzen. Damit wecke der Evangelist das Interesse der Leser: Mit Prinzipien, die auch für Journalismus und Pressearbeit gelten.

Der Pressesprechertag ist das jährliche Treffen des Netzwerks christlicher Pressesprecher, „chriscommunity“, unterstützt von Plansecur. Rund 30 Mitarbeiter aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit konfessioneller Werke aus ganz Deutschland waren dafür nach Kassel gekommen.